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SVHU-Leichtathleten nehmen an den Deutschen Meisterschaften teil |
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| Veröffentlichung am 23.08.2010 | |
| News >> Leichtathletik |
SVHU-Leichtathleten nehmen an den Deutschen Meisterschaften im Mehrkampf und Blockwettkampf teil – Markus Möckel wird Deutscher Meister im Achtkampf

Vor kurzem fanden in Hannover die Deutschen Schülermeisterschaften im Mehrkampf und in den Blockwettkämpfen statt. Mit Sebastian Lange und Markus Möckel hatten sich auch zwei Leichtathleten des SVHU für diese Veranstaltung qualifiziert. Sebastian nahm am Block Wurf der Altersklasse M 14 teil; Markus hatte sich bei den 15-jährigen zwar auch für die Blöcke Wurf und Sprint/Sprung qualifiziert, gab aber dem Achtkampf den Vorzug.
Also fuhren die beiden Sportler mit ihren Trainern Andreas Mitschke und Wilhelm Dahmen am zweiten August-Wochenende nach Hannover; eine kleine Fangemeinde von Familienmitgliedern und Freunden war zur seelischen Unterstützung mitgereist. (Finanzielle Unterstützung zur Dämpfung der wegen des Fahrgelds, der z.T. notwendigen Übernachtungen vor Ort und der erforderlichen medizinischen Gutachten im Vorfeld einer sochen Veranstaltung nicht unerheblichen Kosten kam zum ersten Mal aus dem „Geldtopf“, den die Raiffeisenbank im Rahmen ihrer Förderung des Nachwuchssports auch dem SVHU zur Verfügung gestellt hatte.)
Sebastians Einsatz war bis zuletzt fraglich, da seine Beschwerden mit der Hüfte, die ihn bereits in den ersten Wochen der Außensaison beeinträchtigt hatten, wieder aufgetreten waren. Statt Training waren in den letzten zwei Wochen vor dem „großen Tag“ deshalb nur Ruhe und medizinische Behandlung angesagt. Aber Sebastian wollte sich dieses Ereignis, für das er so hart gearbeitet hatte, auf keinen Fall entgehen lassen. Allerdings wollte er nicht Letzter werden, was in diesem hochklassigen Feld der Elite von Deutschlands Nachwuchs-Leichtathleten auch absolut keine Schande gewesen wäre. Obwohl sich die Schmerzen auch während des Wettkampfs wieder bemerkbar machten und Sebastian „die Zähne zusammenbeißen musste“, brach er den Wettkampf nicht ab. Am Ende ließ er trotz dieser widrigen Umstände als 20. noch sieben Konkurrenten hinter sich. Zwar konnte er seine Leistung von den Landesmeisterschaften im Blockwettkampf nicht ganz erreichen, aber mit seinem Ergebnis von 2535 Punkten zum dritten Mal in diesem Sommer die Qualifikationspunktzahl für die Deutschen Meisterschaften überbieten. Damit stellte er erneut unter Beweis, dass er bei dieser Versammlung von Top-Athleten genau am „richtigen Ort“ war.
Markus hatte seine Ziele etwas höher gesteckt. Er wollte gern bei der Siegerehrung dabei sein und hatte den 5. Platz angepeilt. (Bei Deutschen Meisterschaften in der Leichtathletik werden nämlich auch die Plätze 4 bis 8 mit einer Urkunde und einem Platz auf dem Siegerpodest honoriert.) Dies schien allerdings bei einer Teilnehmerzahl von knapp 60 Athleten in seiner Disziplin schon sehr gewagt, denn erfahrungsgemäß tritt im Achtkampf die „Crème de la Crème“ der Mehrkämpfer an, da von den angehenden Zehnkämpfern erwartet wird, dass sie sich schon als A-Schüler der Herausforderung dieses zweitätigen Kräftemessens stellen. Von einer Medaille träumte er zwar, aber es schien geradezu vermessen, an einen Platz auf dem „Treppchen“ zu denken.
Aber es kam alles ganz anders als gedacht. Markus setzte sich nach einem guten Hürdensprint (11,13 sec) mit einer persönlichen Bestweite von 6,54 m im Weitsprung nach der zweiten Disziplin an die Spitze des Feldes. Der Vorsprung vor den übrigen Athleten war so groß, dass er diesen Platz auch nach dem Kugelstoßen behauptete; zwar konnte er auch hier seine Bestweite auf 13,43 m erhöhen, aber diese Disziplin gehört nicht zu seinen stärksten. Im Hochsprung wuchs Markus dann über sich hinaus: Zwar hatte er vor knapp zwei Jahren in der Halle schon einmal 1,76 m überquert, aber bei seiner Freiluft-Bestmarke im vorigen Jahr von 1,72 m war auch im Verlauf der diesjährigen Sommersaison bisher „Endstation“ gewesen. In Hannover schaffte er jedoch 16(!) cm mehr und gehörte mit seinen 1,88 m zu den drei besten Hochspringern bei diesen Deutschen Meisterschaften. Mit dieser sagenhaften Leistung „übernachtete er auf dem ersten Platz“ und die erträumte Medaille war in greifbare Nähe gerückt.
Am zweiten Tag standen einige seiner schwächeren Disziplinen auf dem Programm. Doch er kam mit den ausgesprochen schlechten Wetterbedingungen – es goss fast pausenlos in Strömen, so dass die Stabhochsprung-Matte sich in einen Schwamm und die Tartanbahn in einen See verwandelt hatten – besser zurecht als viele seiner Konkurrenten. Zwar musste er nach der fünften Disziplin, dem Diskuswurf, die Führung abgeben, aber 40,71 m waren für ihn keine schlechte Weite. Auch nach dem Stabhochsprung, wo für ihn wegen des rutschigen Stabs nicht mehr als 3,20 m drin waren, blieb er auf dem zweiten Platz. Die Konkurrenten konnten unter diesen Bedingungen jedoch ebenfalls keine Bestleistungen erzielen. Im anschließenden Speerwurf kam er allerdings mit 43,56 m dicht an seine Bestmarke heran und eroberte die Spitzenposition zurück. Deshalb durfte er im 1000m-Lauf, der letzten Disziplin, als Führender die Nummer 1 am Trikot tragen. Obwohl es gerade im abschließenden Lauf der zehn besten Athleten noch einmal „wie aus Eimern schüttete“ und die Pfützen auf der Bahn das Laufen am Ende dieser zwei anstrengenden Wettkampftage zur Qual machten, lief er mit neuer persönlicher Bestzeit von 2:59,63 min als erster durchs Ziel.
Damit war die Sensation perfekt: Markus hatte nicht nur eine Medaille gewonnen. Es war sogar die Goldmedaille geworden und somit konnte er sich mit dem Titel „Deutscher Meister“ schmücken.
gm
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